HÖRFASSUNG VORLESEN LASSEN (2,6 MB):

Die Kirche St. Markus und ihr unmittelbares Umfeld sind vielfacher Erinnerungsort. Der Ursprung katholischen Kirchenbaus in Bredeney liegt, am Hügelweg wenige Meter von der Kirche entfernt, in der früheren Markuskapelle. Sie wurde 1036 von Gerold, Graf von Limburg und Wahlabt von Werden (andere Quellen sprechen von 1136) an der Kreuzung der beiden alten Handelswege, der von Köln nach Münster führenden „strata coloniensis“ und der Straße von Düsseldorf über Kettwig und Steele zum Hellweg, gebaut. Die unter dem Patronat des heiligen Markus stehende Kapelle wurde 1775 wegen Baufälligkeit geschlossen und 1803 abgebrochen. Berühmtheit erlangte sie im Mittelalter – verbürgt seit 1317 – als Ziel einer jährlichen und mit einem Jahrmarkt verbundenen großen Prozession, bei der sich die Damen des Essener und des Rellinghausener Stifts mit dem Abt von Werden trafen. Bis 1954 erinnerte ein Kreuz an die Kapelle. Seit 1962 ist es ein Gedenkstein am Hügelweg mit einem Bronzerelief der goldenen Madonna und des heiligen Liudger von Karl Zangerle und der Inschrift „IN UNITATE PAX“.

Nach Schließung der Kapelle wurden die Katholiken Bredeneys zunächst von der Werdener Mutterkirche seelsorgerisch betreut. Mit zunehmender Bevölkerung erwiesen sich die langen Wege als unzumutbar. So wurde 1883 die St. Markuskirche im neugotischen Stil gebaut. 1894 geweiht, wurde sie 1932 erheblich erweitert, dann aber 1945 nahezu völlig zerstört. Wiederaufbau und Ausbau in modernem Stil –  äußerlich weiß gehalten und mit hellem Innenraum – erfolgten bis 1983. Der neben der Kirche liegende St. Markus-Friedhof wurde 1887 eröffnet. Seit 2008 gehört St. Markus nach der Zusammenlegung katholischer Pfarrgemeinden wieder wie bis 1889 zur Pfarre St. Ludgerus in Werden, der Mutterkirche (http://www.st-ludgerus.net/gemeinde-st-markus/home/).

Das Kirchengelände und einen großen Teil der Mittel für den Kirchenbau stiftete der Bauer Kirchmann. Zum unmittelbar neben der alten Kapelle liegenden Kirchmannshof –  dem ältesten und größten und neben dem Wüsthof einem der beiden Bredeneyer Urhöfe –  gehörte ursprünglich insbesondere das gesamte Gelände zwischen Franken-, Bredeneyer und Wiedtfeldstraße.

Adresse: Frankenstraße 372, 45133 Essen