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Keimzelle der Stadt ist der Ring der Häuser um die Kirche am Markt. Eine erste Besiedlung hat wahrscheinlich um das Jahr 800 stattgefunden (Hof zu Kettwig mit Eigenkirche). Der Name Katwik (= Ort an der Biegung des Flusses) wird um 1000 urkundlich erwähnt. Die Kirche ist seit 1199 dokumentiert. Der romanische Turm wurde vermutlich im 13. Jhd. erbaut. Gegen den Widerstand der Abtei Werden trat die Kettwiger Gemeinde zusammen mit ihrem Pfarrer Johann Grimhold 1609 zum reformierten Glauben über. Zahlreiche Brandschatzungen und Plünderungen während des 30jährigen Kriegs und danach machten 1720 einen Neubau des Kirchenschiffs notwendig.

1282 wird eine erste Ruhrbrücke genannt und 1533 durch Hochwasser zerstört. Vor 1550 wurde sie an einem neuen Platz wieder aufgebaut und im Jahr 1635 vom Herzog von Berg aus strategischen Gründen – Schutz des Ortes vor häufig durchziehenden Kriegstruppen –  abgetragen. Bis zum Bau einer neuen Brücke 1865 verkehrte eine Fähre zwischen Kettwig und Kettwig vor der Brücke.

Über Jahrhunderte dominierten das Textilhandwerk und die Textilindustrie. Ein erster Weber wird für eines der ältesten Häuser an der Kirchtreppe um 1476 genannt: „Wefers Haus“, heute Gasthaus „Stiege“, schon 1368 als „Hillenhaus“ vor dem Kirchhof dokumentiert. Von 1803 – 1821 waren von 170 Häusern  ca. 125 von Webern bewohnt oder sie waren Orte der Textilproduktion. Ab 1681 entwickelte sich die Tuchmanufaktur Scheidt. Dieser Industriebetrieb wurde im 20. Jhd. zum größten Arbeitgeber. 1958 war ein Höhepunkt der Textilindustrie erreicht. Viele Griechen wurden angeworben. Zeitweise arbeiteten bis zu 2000 Menschen bei Scheidt. Die Bauten (Weberhäuser, Villen, die umgenutzte Tuchfabrik, Mädchenheim) prägen bis heute die Stadt. Die Herstellung von Wolltuchen  wurde bereits 1962,  die gesamte Produktion 1974 eingestellt. Das Dreieck der Kammgarnspinnerei wird seit 2012 umgestaltet (Wohnen, Kreativquartier).

Im Jahr 1857 erhielt Kettwig die Stadtrechte. 1929/30 wurde die Stadt dem Landkreis Düsseldorf-Mettmann zugeordnet und 1975 gegen den Willen der Bevölkerung nach Essen eingemeindet. Heute ist Kettwig ein begehrter Wohnstandort an den Ufern der Ruhr. Die historische Altstadt und eine Umgebung, die von Wäldern, Feldern und Wiesen geprägt ist, machen den Ort besonders attraktiv.

Das Kettwiger Wappen

Das Wappen der Stadt Kettwig an der Ruhr ist in Blau über silbernen Wellen eine silberne, dreibogige Steinbrücke, über der ein silberner doppelköpfiger Adler schwebt. Die Wellen deuten auf die Ruhr hin, an der die Stadt liegt, und die Brücke ist jener durch Jahrhunderte hindurch wirtschaftlich und strategisch gleich bedeutende Übergang über den Fluss, der einem früher selbständigen Stadtteil jenseits der Ruhr den Namen ‚Kettwig vor der Brücke’ gab. Hieraus ist die Bedeutung ersichtlich, welche man dieser festen Brücke früher beimaß. Sie wurde im Dreißigjährigen Krieg 1635 zerstört und erst im Jahre 1865 völlig wiederhergestellt. Der silberne Doppeladler in Blau stand im Wappen der ehemaligen Reichsabtei Werden, zu welcher Kettwig durch Jahrhunderte bis zur Auflösung der Reichsabtei 1803 gehörte.

Wappen Ketwig